Geboren in Stuttgart begann Reto Raphael Rosin seine musikalische Laufbahn bereits im Alter von sechs Jahren mit Violinunterricht, den er bei Marianne Stitz (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart) vollendete. In Stuttgart trat er auch sein Gesangsstudium bei Hildemarie Keim an, das er mit Auszeichnung und Weiterleitung zum Künstlerischen Aufbaustudium abschließen konnte. Dieses absolvierte er als Meisterschüler von KS Siegfried Jerusalem an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg.
Seine künstlerische Ausbildung rundete er durch die Zusammenarbeit mit so bedeutenden Sängern und Gesangspädagogen wie Inge Borkh, Dietrich Fischer-Dieskau, Michael Rhodes und Francisco Araiza ab.
Sein Bühnendebüt hatte Rosin in der Spielzeit 1999/2000 an der Staatsoper Stuttgart, wo er u. a. in der vielbeachteten Hans Neuenfels-Produktion Giuseppe e Sylvia zu hören war. Seither verbinden ihn Fest- und Gastengagements mit diesem sowie vielen anderen Opernhäusern und Festspielen im In- und Ausland, wie Südostbayerisches Städtetheater Passau, Theater Regensburg, Theater Hagen, Pfalztheater Kaiserslautern, Staatstheater Saarbrücken, Theater Luzern, Landestheater Linz, Südböhmisches Theater Budweis, Internationale Festspiele Baden-Württemberg, Festspiele Bad Urach, Festspiele Schloss Rheinsberg u.v.a.m.
Bei den Luzerner Festspielen debütierte Rosin im Sommer 2010. Im Oktober 2010 sang er den Solo-Tenorpart im Requiem von G. Verdi unter der künstlerischen Leitung von Enoch zu Guttenberg bei seiner Heiligkeit, Papst Benedikt XVI. im Vatikan.
Seine künstlerische Tätigkeit führte ihn in Länder wie Südafrika, Argentinien, Brasilien, Italien, Tschechien, Ukraine, Spanien, Schweiz, Österreich und Kanada. Dabei arbeitete er mit namhaften Dirigenten wie James Levine, Zubin Mehta, Georges Prêtre, Roberto Paternostro und Lothar Zagrosek zusammen.
Sein Repertoire erstreckt sich von den Passionen Schütz’ bis zum romantischen Oratorium, von Liedern der Renaissance über die romantischen Zyklen bis in die Gegenwart.
Zu seinem umfangreichen Opern- und Operettenrepertoire zählen u. a. Partien wie Tamino (Die Zauberflöte), Don Ottavio (Don Giovanni), Conte Almaviva (Der Barbier von Sevilla), Alfredo (La Traviata), Zarewitsch (Der Zarewitsch), Barinkay (Zigeunerbaron), Eisenstein (Die Fledermaus), Idomeneo (Idomeneo), Narraboth (Salome) und Lenski (Eugen Onegin).
Auch als Gesangspädagoge ist Rosin gefragt. So wurde er u. a. im Jahr 2006 als Dozent für Gesang an die musikpädagogische Fakultät der Universität Passau berufen.
Rosin wirkte bei mehreren CD- und Rundfunkproduktionen z.B. des SWR und des BR mit. So ist er auch auf der vielbeachteten CD-Dokumentation des Deutschen Musikrats „Musik in Deutschland 1950-2000“ zu hören.
Er war Finalist und Preisträger mehrerer bedeutender Wettbewerbe und Auszeichnungen, wie z.B. Belvedere Oper-/Operettenwettbewerb, BR-Liedwettbewerb und Josef Suder-Wettbewerb für Zeitgenössischen Gesang.
Für herausragende gesangliche wie darstellerische Leistungen wurde Rosin im Jahr 2008 der Kunstförderpreis des Freistaates Bayern in der Sparte Darstellende Kunst verliehen.